{"id":1290,"date":"2012-10-24T20:01:09","date_gmt":"2012-10-24T18:01:09","guid":{"rendered":"http:\/\/wissen-agentur.de\/blog\/?p=1290"},"modified":"2013-07-25T17:02:42","modified_gmt":"2013-07-25T15:02:42","slug":"berufswahl-funf-satze-die-die-welt-nicht-braucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wissen-agentur.de\/blog\/berufswahl-funf-satze-die-die-welt-nicht-braucht\/","title":{"rendered":"Berufswahl F\u00fcnf S\u00e4tze, die die Welt nicht braucht!"},"content":{"rendered":"<link rel=\"shortcut icon\" href=\"https:\/\/www.wissen-agentur.de\/PR-Icon\/Icon.ico\" \/><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\"> {lang: 'de'} <\/script><br \/>\n<strong>1. Ich m\u00f6chte was mit Menschen machen.<br \/>\n2. Ich will einen Beruf, der Sinn macht.<br \/>\n3. Ich m\u00f6chte anderen helfen.<br \/>\n4. Ich k\u00f6nnte mir was mit Beraten vorstellen.<br \/>\n5. Mir ist auch die ethisch-moralische Ebene wichtig.<\/strong><\/p>\n<p>Anstatt auf diese f\u00fcnf S\u00e4tze sollten Sie sich lieber auf Ihrer Talente, St\u00e4rken, Neigungen und besondere Eigenschaften verlassen. Was machen Sie gerne, was gef\u00e4llt Ihnen und was nicht? Was k\u00f6nnen Sie schlechter oder besser. Es gibt auf dieser Erde keinen Menschen ohne Talent. Die Frage ist nur, geben Sie sich die M\u00fche Ihr Talent zu entdecken?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wissen-agentur.de\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.wissen-agentur.de\/Foto-WP-Berufsfindung.jpg\" title=\"Berufswahl F\u00fcnf S\u00e4tze, die die Welt nicht braucht!\" class=\"alignnone\" width=\"500\" height=\"389\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Weckruf f\u00fcr alle Lillifees: Das ist kein Beruf, das ist Wolkenkuckuksheim<br \/>\n&#8222;Ich m\u00f6chte was mit Menschen machen&#8220;: Mit Gutmenschentum findet man keinen Job, der passt. Wer auch nur eine der folgenden Floskeln unterschreiben kann, hat ein Problem &#8211; mit der eigenen Naivit\u00e4t.<\/strong><br \/>\n(Quelle: SPIEGEL ONLINE \/ 05.10.2012 \/ Berufsberaterin Uta Glaubitz)<\/p>\n<p><strong>Bio-Lebensmittel sind gar nicht unbedingt ges\u00fcnder, so das Ergebnis einer viel diskutierten Studie:<\/strong> Der Vitamingehalt, die Schadstoffbelastung, die ethische Tierhaltung &#8211; alles Auslegungssache. Sicher ist nur: Bio ist teurer. Und das Gef\u00fchl, das man beim Bio-Kauf hat, ist gut. Und Gef\u00fchl ist ja alles, sagt schon Goethes Faust. <\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Einsichten stehen der Berufswelt noch bevor.<\/strong> Denn einige nachhaltig angehauchte Neoberufe sind gar keine Berufe, sondern Befindlichkeitspflege. Damit meine ich nicht etwa die moderne Landwirtschaft, eine der weiterbildungsintensivsten Branchen \u00fcberhaupt. Auch nicht die Ingenieure f\u00fcr Energietechnik oder die Brauer, die schon seit Jahrhunderten Bio brauen. Ich meine Befindlichkeitsberufe wie Wellnesstrainer, Erziehungsberater oder Businesscoach. Meinetwegen auch Entspannungscoach, Familienberater oder Work-Life-Balance-Trainer.<\/p>\n<p><strong>Vorab:<\/strong> Es spricht nichts dagegen, als angehende Jugendamtsleiterin eine Weiterbildung in Sachen Familie zu absolvieren, wenn man das Gef\u00fchl hat, das sei im Studium nicht ausreichend behandelt worden. Oder als Kaloriencoach, wenn man als \u00c4rztin in einer Klinik f\u00fcr Bulimie arbeitet. Das alles k\u00f6nnen sinnvolle Zusatzqualifikationen sein. Haarig aber wird es, wenn Germanistikstudenten meinen, durch die Germanistik seien sie besonders sensibel geworden. Und deswegen sei doch Anti-Burnout-Stratege ein lohnenswerter Beruf. <\/p>\n<p>Uta Glaubitz hat ca. 200 F\u00e4lle pro Jahr: Leute, die mit ihrem Beruf nicht zufrieden sind. Aus diesen Gespr\u00e4chen hat Uta Glaubitz f\u00fcnf S\u00e4tze extrahiert. Wer sie vermeidet, erleichtert die eigene Berufsfindung.<\/p>\n<p><strong>1. Ich m\u00f6chte was mit Menschen machen.<\/strong><br \/>\nWenn ich meine Befindlichkeitskunden frage, was sie sich beruflich vorstellen, antworten sie: &#8222;Ich m\u00f6chte was mit Menschen machen.&#8220; Damit ist nat\u00fcrlich nicht die st\u00e4ndige Auseinandersetzung mit Kollegen gemeint. Denn das w\u00e4re ja Mobbing. Auch nicht, dass man \u00fcberm\u00e4\u00dfig viele Kunden sieht. Denn das w\u00e4re ja Vertrieb. &#8222;Mit Menschen arbeiten&#8220; stellen sie sich so vor: Sie sitzen auf einer \u00f6ffentlich finanzierten Stelle, genannt Non-Profit. Dort f\u00fchren sie Einzelgespr\u00e4che \u00fcber Frieden und Bildung. Abends erhalten sie eine Mail voller Dank, und am n\u00e4chsten Morgen motivierende Worte vom Chef. <strong>Aber das ist kein Beruf. Das ist Wolkenkuckucksheim.<\/strong><\/p>\n<p><strong>2. Ich will einen Beruf, der Sinn macht.<\/strong><br \/>\nEin schrecklicher Anglizismus. Meine Befindlichkeitskunden denken dabei an Heilpraktiker f\u00fcr Tiere, Ern\u00e4hrungsberater f\u00fcr \u00fcbergewichtige Kinder, Greenpeaceaktivistin, Entwicklungshelfer, Mediatorin, F\u00fchrungskr\u00e4ftecoach oder irgendwas mit interkulturell &#8211; allesamt Berufe, die ich pers\u00f6nlich f\u00fcr eher sinnlos halte. <strong>Wer sich beruflich in Sachen Klimawandel engagieren will, sollte lieber Ingenieurin f\u00fcr Nukleartechnik werden als hauptamtlicher Aktivist.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcberhaupt, die Mediatoren.<\/strong> F\u00fcr Rechtsanw\u00e4ltinnen oder Lehrer eine sch\u00f6ne Zusatzqualifikation. Ansonsten ist die Mediation ein reiner Ausbildungsmarkt. Mediatoren bilden Mediatoren aus, bis jeder eine Ausbildung zum Mediator hat. Wenn das ein Ausgleich sein soll f\u00fcr die internationalen Streitereien, die wir angezettelt haben &#8211; okay. Obwohl: Wenn alle Deutschen eine Mediationsausbildung haben, m\u00fcssen wir vielleicht unsere Nachbarv\u00f6lker damit begl\u00fccken. Das wird nicht sch\u00f6n.<\/p>\n<p><strong>3. Ich m\u00f6chte anderen helfen.<\/strong><br \/>\nHelfen ist bei meinen Nachhaltigkeitskunden zentral. Denn in ihrem Weltbild braucht jeder Mensch (au\u00dfer ihnen) einen Sozialarbeiter. Vor allem nat\u00fcrlich Manager. Denn die stehen bekanntlich immer kurz vor dem psychischen Zusammenbruch. Um ihnen zu &#8222;helfen&#8220;, wollen sie mit ihnen \u00fcber Gef\u00fchle, Work-Life-Balance und Nachhaltigkeit sprechen. Ganz Verwegene auch \u00fcber Wirtschaftsmoral oder Leadership. <strong>Ich bezweifle, dass jemand, der sich an die Spitze eines Unternehmens vorgearbeitet hat, solcherart Belehrung braucht.<\/strong><\/p>\n<p><strong>4. Ich k\u00f6nnte mir was mit Beraten vorstellen.<\/strong><br \/>\nEs spricht nichts dagegen, einen Beruf &#8222;mit Beraten&#8220; zu machen. Ich bin selbst Berufsberaterin, und mir macht der Job Spa\u00df. Allerdings setzt ein Beraterjob in der Regel voraus, dass man etwas wei\u00df, was andere nicht wissen. Wenn man zum Beispiel Arzt oder Apotheker ist, kann man M\u00fctter beraten, was bei Kinderfieber hilft. Wenn man Ingenieur f\u00fcr Sicherheitstechnik ist, kann man die Betreiber des neuen Berliner Flughafens in Brandschutzfragen beraten. <\/p>\n<p>Meine Nachhaltigkeitskunden aber wollen gar keine richtige Qualifikation. <strong>Sie wollen Gesundheitsberater werden statt Arzt, Zooberater statt Tierpfleger, Restaurantberater statt Koch. Sie wollen predigen, aber nicht Pastor werden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>5. Mir ist auch die ethisch-moralische Ebene wichtig.<\/strong><br \/>\nDer Gipfel der Floskelei. Man will sein Ego moralisch aufladen, aber nicht etwa Innenminister oder Polizistin werden. Lieber ein Beraterjob bei der Internationalen Brigade f\u00fcr Weltverbesserung. Oder ein Beruf mit kultureller Bildung, transnationaler Krisenbew\u00e4ltigung oder Tierschutz. Aber blo\u00df nicht Tierarzt. Denn dann m\u00fcsste man ja kleine Hunde einschl\u00e4fern.<\/p>\n<p><strong>In der Berufsfindung aber gilt: Besser, man spart sich die Moralapostelei.<\/strong><br \/>\nDas ist nur ein Ablenkungsman\u00f6ver. Berufsfindung dagegen f\u00e4ngt mit Selbstreflexion an: Was macht mir Spa\u00df, wof\u00fcr stehe ich freiwillig fr\u00fch morgens auf und was ist mir wichtig im Leben? Die Antworten sind erste Hinweisschilder auf den richtigen Beruf. Psychische Macken dagegen taugen nicht als Fundament f\u00fcr den Karrierebau. Wer ein Helfersyndrom hat, eine Essst\u00f6rung oder zwanghafte Schuldgef\u00fchle wegen des Dritten Reichs, sollte von Berufen wie Lebensberater, Ern\u00e4hrungscoach oder Veranstalter von interkulturellen Stadtteilfesten die Finger lassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.50-erfolgsgrundlagen.de\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.50-erfolgsgrundlagen.de\/Grafik-WP-Buch-Titelseite-H100.jpg\" width=\"71\" height=\"100\" class=\"alignright\" \/><\/a>Mehr von Autor Uwe Melzer lesen Sie im Buch Wirtschaftshandbuch &#038; Ratgeber f\u00fcr den beruflichen Alltag mit dem Titel: <strong><a href=\"https:\/\/www.50-erfolgsgrundlagen.de\/\">50 biblische Erfolgsgrundlagen im Gesch\u00e4ftsleben.<\/a><\/strong> Dieses Buch\/eBook ist erschienen im <strong><a href=\"https:\/\/www.epubli.de\/shop\/autor\/Uwe-Melzer\/2518\">epubli-Verlag unter Buch-ISBN: 978-3-8442-2969-1 und eBook\/ePUB-ISBN: 978-3-8442-0365-3.<\/a><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wissen-agentur.de\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.wissen-agentur.de\/Grafik-Logo-Wissen-WP.jpg\" alt=\"WISSEN Agentur\" width=\"308\" height=\"89\" class=\"alignleft\" \/><br \/><\/a>E-Mail: <a href=\"mailto:info@wissen-agentur.de\">info@wissen-agentur.de<\/a><br \/>\nInternet: <a href=\"https:\/\/www.wissen-agentur.de\">www.wissen-agentur.de<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.twitter.com\/WISSENAgentur\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/twitter-badges.s3.amazonaws.com\/twitter-b.png\" alt=\"Follow WISSENAgentur on Twitter\" height=\"23\" width=\"61\"\/><\/a>&#8230;..<g:plusone><\/g:plusone><\/p>\n<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<p><script src=\"https:\/\/connect.facebook.net\/de_DE\/all.js#appId=140189509392698&amp;xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/wissen-agentur.de\/blog\/?p=1290\" send=\"true\" width=\"450\" show_faces=\"true\" font=\"arial\"><\/fb:like><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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Bio-Lebensmittel sind gar nicht unbedingt ges\u00fcnder, so das Ergebnis einer viel diskutierten Studie: Der Vitamingehalt, die Schadstoffbelastung, die ethische Tierhaltung &#8211; alles Auslegungssache. Sicher ist nur: Bio ist teurer. Und das Gef\u00fchl, das man beim Bio-Kauf hat, ist gut. Und Gef\u00fchl ist ja alles, sagt schon Goethes Faust. \u00c4hnliche Einsichten stehen der Berufswelt noch bevor. Denn einige nachhaltig angehauchte Neoberufe sind gar keine Berufe, sondern Befindlichkeitspflege. Damit meine ich nicht etwa die moderne Landwirtschaft, eine der weiterbildungsintensivsten Branchen \u00fcberhaupt. Auch nicht die Ingenieure f\u00fcr Energietechnik oder die Brauer, die schon seit Jahrhunderten Bio brauen. Ich meine Befindlichkeitsberufe wie Wellnesstrainer, Erziehungsberater oder Businesscoach. Meinetwegen auch Entspannungscoach, Familienberater oder Work-Life-Balance-Trainer. Vorab: Es spricht nichts dagegen, als angehende Jugendamtsleiterin eine Weiterbildung in Sachen Familie zu absolvieren, wenn man das Gef\u00fchl hat, das sei im Studium nicht ausreichend behandelt worden. Oder als Kaloriencoach, wenn man als \u00c4rztin in einer Klinik f\u00fcr Bulimie arbeitet. Das alles k\u00f6nnen sinnvolle Zusatzqualifikationen sein. Haarig aber wird es, wenn Germanistikstudenten meinen, durch die Germanistik seien sie besonders sensibel geworden. Und deswegen sei doch Anti-Burnout-Stratege ein lohnenswerter Beruf. Uta Glaubitz hat ca. 200 F\u00e4lle pro Jahr: Leute, die mit ihrem Beruf nicht zufrieden sind. Aus diesen Gespr\u00e4chen hat Uta Glaubitz f\u00fcnf S\u00e4tze extrahiert. 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